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Brauße versus Rühle oder Profi versus Amateur – ein Einblick

Unverhofft kommt oft! Ohne von der Anwesenheit des jeweils anderen zu wissen, haben sich die Markenbotschafterin Franziska Brauße und unser Sportlicher Leiter Tim Rühle, am vergangenen Wochenende bei einem der bekanntesten Jedermann-Etappen-Radrennen Deutschlands getroffen – dem RiderMan in Bad Dürrheim.

Während Franziska nach einer krankheitsbedingten Trainingspause das Drei-Tages-Event zum erneuten Formaufbau und zur Kontrolle ihrer Leistungsfähigkeit nutzte, stellte der RiderMan für Tim eines der Radsport-Highlights seines Sportjahres dar, in das es sich gemeinsam mit zahlreichen Teamkollegen seines Radroo-Jedermann-Teams stürzte.

Wir nehmen den heutigen Montag, in dem ihr normalerweise Neuigkeiten zum Thema „Training“ an die Hand bekommt, zum Anlass, euch genauere Einblicke in die jeweilige Leistungsfähigkeit eines Profis und eines ambitionierten Amateursportlers zu geben. Was Leistungsdaten angeht, halten sich viele Radsportler oftmals mit exakten Zahlen zurück. Daher danken wir Franziska Brauße ganz besonders dafür, dass sie uns zu diesem „Blog-Special“ die Auswertungen ihrer verwendeten Sensoren zur Verfügung gestellt hat.

Tag 1

„Ride like a pro“ ist das Motto des europaweit anerkannten Etappen-Rennens im Kurort Bad Dürrheim. So startet das Rennen auch ganz „profilike“ mit einem rund 16 Kilometer langen Einzelzeitfahren. Alle 20 Sekunden wird einer der rund 600 Fahren die Startrampe hinunter auf die Runde geschickt, die er dann alleine und möglichst schnell zu absolvieren hat.  

Franzi: Franzi startete das ganze Wochenende über aufgrund ihres Profistatus „außer Konkurrenz“, was ihrer Motivation jedoch keinen Abbruch tat. Dies zeigen ihre beindruckenden Leistungsdaten, die sie gleich zu Beginn abrufen und auf den Asphalt bringen konnte. Auf Ihrer Zeitfahrmaschine benötigte die U23-Europameisterin 23:49 Minuten für die 16 Kilometer, was einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 39,4 km/h entspricht. Hierfür musste sie eine durchschnittliche Kraft von 242 Watt auf ihre Pedale bringen. Diese enorme Kraftentfaltung führte bei Franziska zu einem Pulsanstieg auf 186 Schlägen pro Minute. Ihr Herz schlug somit durchschnittlich für rund 24 Minuten 3,1 Mal pro Sekunde!

Tim: Schwimmen – Radfahren – Laufen – das sind in eben dieser Reihenfolge die präferierten Sportarten unseres Sportlichen Leiters Tim. Der passionierte Triathlet fährt seit diesem Jahr für das in Fulda beheimatete RadrooTeam reine Radrennen und konnte in diesem Zuge seine Performance auf dem Velo im Laufe der Saison merklich verbessern. Dies zeigt auch die Tatsache, dass Tim am vergangenen Freitag fast mit der Profi-Radsportlerin Franziska Brauße mithalten konnte. Der 28-jährige benötigte für die Strecke mit rund 200 Höhenmetern 24:19 Minuten, was ebenso eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 39,4 km/h bedeutete. Zeitgleich benötigte Tim hierfür aufgrund seiner Körpergröße von 1,84m und seinem deutlichen Mehrgewicht logischerweise auch mehr Power. 304 Watt musste Tim über die Strecke im Schnitt leisten, um den Parcours in fast derselben Zeit wie Franziska zu absolvieren. Auffallend ist hierbei seine deutlich geringere Herzfrequenz, die bei durchschnittlich 146 Schlägen pro Minute lag. Dies deutet darauf hin, dass Tim über ein „großes Organ“, sprich einen großen Herzmuskel verfügt, der die Gefäße seines Körpers mit weniger Schlägen mit ausreichend Blut und Sauerstoff zur Leistungsentwicklung versorgen kann.

P.S. Auf der einzigen Abfahrt der Strecke erreichten Franzi als auch Tim Spitzengeschwindigkeiten von knapp 80 km/h – auf dem Fahrrad!

Tag 2

Der zweite Tag führte die Fahrerinnen und Fahrer, nach einem anspruchsvollen Zeitfahren am Freitag, über 120 Kilometer und 2000 Höhenmeter durch den südlichen Schwarzwald. Die schwerste Etappe des RiderMan verlangte nicht nur körperliche, sondern auch mentale Leistungsstärke, die Franziska als auch Tim beide bravurös unter Beweis stellten. Hier die entsprechenden Leistungsdaten dazu.

Franzi: Franziska startete aus Startblock A ganz vorne im Feld und ihre Gruppe legte los wie die Feuerwehr. Die junge Athletin, die jüngst in das WNT ROTOR Pro Cycling Team wechselte, hielt mit ihrer überwiegend männlichen Konkurrenz in überragender Manier mit und lieferte über 120 Kilometer durchschnittlich 202 Watt Leistung, was ein Stundenmittel von 33,5 km/h bedeutete. Ihr Durchschnittspuls von 171 Schlägen zeigt, dass sie hierfür über die Gesamtzeit von 3:34:35 h ebenfalls eine enorme körperliche Leidensfähigkeit unter Beweis stellen musste.  

Tim: Unser Sportlicher Leiter startete aufgrund seiner Platzierung vom Freitag in einem überdurchschnittlich stark besetzten Feld aus Startblock C. Auch hier ist die Leistungsfähigkeit als auch die Leistungsdichte nach wie vor enorm hoch. Mit dem Mittelwert von 265 Watt schaffte es Tim über die steilen Berge des malerischen Schwarzwaldes. Seine Gruppe zunächst größere Gruppe schrumpfte im Verlaufe des Rennens zunehmend zusammen und am Ende erreichte er mit vier weiteren Fahrern als Quintett den Start- und Zielort Bad Dürrheim mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 33 km/h. Für die 120 Kilometer benötigte er 3:38:49 h.

Tag 3

Den dritten und letzten Tag tritt kein Teilnehmer des RiderMan mehr mit frischen und fitten Beinen an. Zu schwer waren hierfür die beiden vorangegangenen Etappen. So bedarf es schon des gefdanklichen Kniffs sich selbst zu sagen, dass der schwierigste Teil der Rundfahrt bereits hinter einem liegt. Denn am 3. Tag des Etappenrennens folgt eine Tour über 99 KM und gut 1250 Höhenmeter – vergleichsweise also milde gegenüber dem, was bereits hinter dem Peloton lag.

Franzi: Franzi gab nochmal richtig Gas, lag sie doch, wenn auch außer Konkurrenz, gut in Position. Hier zeigte sich erneut das große Sportlerherz der jungen Dame aus Eningen unter Achalm. Dies schlug auch am 3. Tag heftig – nämlich mit durchschnittlich 170 Schlägen! Dass Franzi top austrainiert ist zeigt die Tatsache, dass sie leistungstechnisch am dritten Tag dieser anspruchsvollen Etappe sogar noch einmal einen oben drauf setzen konnte. 214 Watt über 2:38:14 h führten zu einer Durchschnitts-Pace von wahnsinnigen 37,0 km/h.

Tim: Weniger schnell verging die Etappe für unseren Sportlichen Leiter. Aus seiner großen Gruppe heraus gab es weder ein Vor noch ein Zurück. Zu erschöpft waren wohl alle Fahrerinnen und Fahrer an seiner Seite, um einen echten Ausreisversuch zu wagen. Mit 35,0 km/h  im Schnitt nach wie vor fix unterwegs, erreichte der ehemalige Fußballspieler das Ziel nach 2:48:16 h. Hierfür trat er durchschnittlich 227 Watt über die gesamte Zeit.

Während Franziska aufgrund ihrer Teilnahme außerhalb der Wertung kein Endresultat in der Gesamtabrechnung vorliegen hat, stehen für Tim am Ende der drei Etappen folgende Ergebnisse:

Gesamtwertung – 236 km – 3.270 hm – Gesamtzeit 6:51:25,1 h – 61. Rang in der Altersklasse 25 bis 30.

Wir wünschen Franziska als auch Tim gute Erholung und weiterhin eine sturzfreie Saison!

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Euer ARAMIS Sportwelt Team

Veröffentlicht am 23. September 2019