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Eiweißbrot: Die wichtigsten Fakten

Kaum Kohlenhydrate, dafür viel pflanzliches Eiweiß: Seit einiger Zeit finden Verbraucher in vielen Bäckereien das sogenannte Eiweißbrot. Dieses Brot soll vor allem Menschen helfen, die sich nach dem Low-Carb-Prinzip ernähren. Wir verraten euch in unserem neuesten Blog zum Thema Ernährung, was darin steckt und was Ernährungsexperten davon halten.

Warum gibt es das Eiweißbrot?

„Ein Brot besteht zum größten Teil aus Kohlenhydraten und die machen dick.“  – so jedenfalls sehen es die Anhänger von Low-Carb-Diäten, also Diäten, in denen die Aufnahme von Kohlenhydraten reduziert werden soll. Typische Vertreter sind zum Beispiel die „Atkins“-Diät oder die „Schlank-im-Schlaf“-Diät nach Dr. Pape. Die Idee dahinter: Wenn der Körper auf Kohlenhydrate verzichtet, muss er verstärkt die Fettdepots angreifen und das hilft beim Abnehmen. Deswegen soll man vor allem abends auf Kohlenhydrate verzichten. Damit Low-Carbler aber nicht auf ihr klassisches Abendbrot verzichten müssen, können sie nun auf das Eiweißbrot zurückgreifen. Passend zur „Schlank-im-Schlaf-Diät“ werden auch fertige Backmischungen angeboten, nach denen das Eiweißbrot zubereitet werden kann.

Was steckt im Eiweißbrot?

Das Eiweißbrot kommt fast ohne Kohlenhydrate aus. Der Anteil liegt nach Angaben der Verbraucherzentrale NRW bei einem Eiweißbrot lediglich bei 4,5 bis 7 Prozent. Hauptbestandteil ist pflanzliches Eiweiß, zum Beispiel Weizen-, Soja- oder Lupineiweiß, sowie Sojaschrot, Leinsaat, Sojamehl, Speisekleie oder Apfelfaser. Diese Eiweiße machen rund 25 Prozent des Eiweißbrots aus.

Wie viel Fett steckt in einem Eiweißbrot?

Der Fettgehalt liegt im Eiweißbrot dagegen deutlich höher. Mit einem Anteil von 10,3 Prozent ist er nach Angaben der Verbraucherzentrale NRW rund drei- bis zehnmal so hoch wie im normalen Brot. Warum der Fettanteil, so hoch ist? Nur so kann das Eiweißbrot, im Gegensatz zu seinem „normalen“ Pendant, seine feste Struktur beibehalten.

Wie viele Kalorien hat ein Eiweißbrot?

Der Fettanteil hat auch Einfluss auf die Kalorienmenge. Das Eiweißbrot enthält zwar weniger Kohlenhydrate, dafür aber mehr Kalorien. In 100 Gramm Eiweißbrot stecken 248 Kalorien, in einem herkömmlichen Mehrkornbrot sind es dagegen 219 Kalorien.

Handelt es sich beim Eiweißbrot noch um Brot?

Nach Angaben der Verbraucherzentrale NRW verstoßen die in den Bäckereien erhältlichen Brote nicht gegen die Leitsätze für Brot. Der Grund: In keinem dieser Eiweißbrote wird eine Getreide-Art im Namen ausgelobt, sodass diese Brote nicht zu mindestens 50 Prozent aus eben dieser Getreidesorte bestehen müssten. Allerdings finden sich im Internet Angebote von Brotbackmischungen, die laut Verbraucherzentrale durchaus Täuschungspotenzial haben. Darunter fällt zum Beispiel das „Roggen-Eiweiß-Brot“, das gerade einmal aus 5,6 Prozent Roggen besteht.

Was halten Ernährungsexperten vom Eiweißbrot?

„Alleine von diesem Brot zum Abendessen wird kein Mensch abnehmen“, sagt Angela Clausen von der Verbraucherzentrale NRW. Entscheidend fürs Abnehmen sei immer noch die Gesamt-Kalorienmenge des Tages. Es gebe zwar Hinweise, dass eine kohlenhydratarme Kost am Abend beim Abnehmen helfen kann – „Ob dieses Prinzip der Insulin-Trennkost jedoch wirklich funktioniert, ist wissenschaftlich nicht erwiesen“, sagt Dr. Christiane Gerbracht vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung. Als positiv bewertet Angela Clausen, dass die Proteine aus dem Eiweißbrot vor allem aus pflanzlichem Eiweiß stammen. Der Haken: Das Brot müsse mit einem hohen technischen Aufwand hergestellt werden, was viele Zusatzstoffe und Hilfsmittel notwendig macht. Dadurch kann das Brot – je nach Inhaltsstoffen – ein hohes allergenes Potenzial besitzen.

Das Fazit über das Eiweißbrot

Eiweißbrot schmeckt klebriger als normales Brot, ist in der Regel teurer und enthält dabei mehr Kalorien und deutlich mehr Fett. Wer am Abend auf Kohlenhydrate verzichten möchte und trotzdem Brot essen möchte, könnte in dem Eiweißbrot eine Alternative finden. Allergiker sollten sich vorher allerdings genau anschauen, aus welchen Bestandteilen das Eiweißbrot besteht. Ob der Verzicht auf Kohlenhydrate aber der einzig erfolgreiche Weg beim Abnehmen ist, wird von vielen Ernährungsexperten bezweifelt. Entscheidend für einen gesunden Menschen ist nach wie vor, dass man weniger Kalorien aufnimmt, als man am Tag verbraucht. Und dabei ist es egal, ob sie nun aus Kohlenhydraten, Fett oder Eiweißen stammen.

Ein kleiner Tipp aus unserem Sportwelt-Team: Versucht euch doch mal an Alternativen zu klassischem Brot. Aktuell stehen wir beispielweise total auf selbstgemachten Hummus mit Gemüsesticks und überraschen uns fast täglich mit neuen, ausgefallenen Rezeptvariationen.

Auch Knäckebrot kann euch dabei helfen, Kalorien einzusparen ohne auf Genuss verzichten zu müssen. Braucht ihr zu raffinierten Belägen und Toppings Ideen und Inspirationen, dann sprecht uns gerne jederzeit an!

Euer ARAMIS Fitness-Team

 

Veröffentlicht am 29. März 2019