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Alkohol: So gefährlich ist die Alltagsdroge wirklich

Whisky löst keine Probleme! Das tut Milch aber auch nicht.“ „Was früher meine Leber war, ist heute eine Minibar.“ „Das bekommen wir Gin.“

 

Alkohol in Deutschland: weltweit in der Spitzengruppe

Dumpf, zotig, lustig, peinlich – Trinksprüche sind Geschmackssache. Gefallen aber mit steigendem Promillegehalt besser. Und dafür stehen die Chancen im Vieltrinkerland Deutschland gut! Ja, richtig gelesen: Mit einem jährlichen Pro-Kopf-Konsum von 10,7 Litern reinem Alkohol, das entspricht rund 440 Halb­litergläsern Bier, liegen wir weltweit in den Top Ten. Bei uns trinken rund 95 Prozent aller Erwachsenen Alkohol, in Europa sind es nur bei den Dänen mehr. Die wenigen, die nicht trinken, lassen es mehrheitlich aus gesundheitlichen Gründen oder aufgrund einer „Alkohol-Vorgeschichte“. Überzeugte Abstinenzler sucht man in Deutschland fast vergebens.

Alkohol als soziales Schmiermittel

Aber trotzdem haben wir alle null Problemo mit Alkohol, richtig? Wir doch nicht! Das ist Common Sense. Also wird munter gebechert. Kaum ein Spiele-, Mädels-, Kino-, Fußball- oder Feierabend ohne „Sprit“. Keine Familien-, Geburtstags- oder Weihnachtsfeier. Und kein Après-Ski. Mit ist irgendwie lustiger. Wir sind mutiger, haben mehr Spaß, kommen schneller in Kontakt und dem anderen Geschlecht näher … 

Und manche trinken noch immer unter dem Vorwand, das Gläschen Wein am Abend schone ihr Herz. Kurz tapfer sein, dieses Märchen müssen wir mal eben entzaubern: „Die ­Vorteile, die das Glas Wein eventuell bei der Vorbeugung einer bestimmten Form des Herzinfarkts hat, werden aufgewogen durch die ab dieser Menge schon höhere Wahrscheinlichkeit für andere körperliche Erkrankungen“, stellt Professor Johannes Lindenmeyer, Direktor der Salus Klinik in Lindow, klar.

So tödlich ist Alkohol

Wir erlauben uns am Wochenende einen Rausch. Relaxen after work bei einem leichten Dimmer und/oder genießen zu besonderen Anlässen ein Gläschen.

Jeder nach seiner Fasson, und das oft schon seit Jahren. Aber spürt irgendjemand Folgen seines Konsums – mal abgesehen von Müdigkeit und Kater am nächsten Tag? Irgendwelche Langzeitschäden? Tatsächlich eher nicht. Und DAS ist genau das Problem, auf welches hinzuweisen die „Spielverderber“-Experten aus den Suchtkliniken und der Alkoholforschung nicht müde werden.

Aus guten Gründen, wie diese kleine Auswahl zeigt:

  • Der Definition nach betreiben hierzulande rund 16 Prozent der Erwachsenen einen riskanten Alkoholkonsum.
  • Alle elf Minuten verliebt sich ein Mensch über Parship, aber alle sieben ­Minuten stirbt in Deutschland ein Mensch an den Folgen seines Alkoholkonsums (inklusive Unfalltoten!).
  • Alkoholkonsum verkürzt das Leben im EU-Schnitt um zehn Jahre, das Rauchen im Vergleich dazu um zwölf Jahre.

Alkohol schadet fast genau so sehr wie Zigaretten

Saufen fast so schlimm wie Rauchen? Kann doch nicht! Ist aber. Fällt nur nicht so auf. Die Verbindung Rauchen und Lungenkrebs ist offensichtlich, Alkohol schädigt dafür vom ersten Schluck an alle Organsysteme. Allerdings schleichend – und spätere Erkrankungen sind mit komplizier­ten, aber immer verlässlicheren mathematischen Rechenmodellen auf den Alkohol zurückzuführen. Für unser wichtigstes Entgiftungsorgan, die Leber, liegen ernüchternde Fakten auf dem Tisch: „In Deutschland gilt der ­sogenannte Gamma-GT-Leberwert bis 60 U/l als ­normal. In Völkern, die gar keinen Alkohol trinken, liegt er knapp unter 10! Aber Grenz­werte werden auch so gewählt, dass etwa 90 Prozent der ­Bevölkerung innerhalb des ‚erlaubten‘ Bereichs liegen. Und der ist bei uns eben dadurch mit­bestimmt, dass fast alle trinken“, sagt Prof. Dr. Norbert Wodarz, Leiter der Suchtforschung in der Klinik für Psychiatrie der Universität Regensburg. „Streng genommen haben also praktisch 80 Prozent der Deutschen krankhafte Leberwerte.“

Wie du es schaffst, kontrolliert zu trinken

Bei den rekordverdächtigen Mengen, die wir runterspülen, und den Folgen, die das haben kann, „trinken wir ganz klar zu sorglos“, sagt Professor Wodarz. Ab mehr als einem Glas Alkohol pro Tag (entspricht 0,5 l Bier oder 0,2 l Wein) für IHN und einem halben Glas für SIE an maximal fünf Tagen in der Woche wird es kritisch. Aber wer rechnet schon groß nach? Jeder selbst sieht sein Trinkverhalten natürlich unkritisch. „In der Regel ist das auch zehn Jahre, zwanzig oder noch länger gut ­unter Kontrolle, aber dann passiert eine Krise, etwa eine Trennung vom Partner, eine Kündigung… und das Trinken gerät außer Kontrolle, bis hin zur Abhängigkeit“, sagt Wodarz. Und ergänzt: „Davor ist wirklich niemand gefeit!

Ganz unabhängig also davon, wie viel wir aktuell trinken, wünscht sich unser Experte einen Bewusstseinswandel. Wir sollten aufhören, Alkohol als normales Getränk zu betrachten, das einfach dazugehört, „sondern gezielt mal ein oder zwei Gläser zu einer besonderen Gelegenheit trinken. Und uns immer auch fragen: Brauche ich das jetzt wirklich? Brauche ich den Effekt?“

Deshalb sollten Sportler nicht trinken

Gerade für sportbegeisterte Menschen wie unsere Sportwelt-Mitglieder es sind, lohnt es sich, mit gutem Beispiel voranzugehen. Denn „Alkohol verzögert nicht nur die Rege­neration“, sagt Wodarz. „Wenn jemand trainiert, um seinen Körper zu formen, dann unterläuft er mit Alkohol genau diese Absicht. Alkohol ist nun mal die Hauptquelle für Fetteinlagerungen.“

Lösch deinen Durst aber gern mit alkoholfreiem Bier. Aktuell haben wir hiervon das Hochdorfer Sportlerweizen und Erdinger Alkoholfrei, sowie das Hochdorfer FreiBier im Angebot. Diese haben weniger Kalorien und liefern dir wertvolle Elektrolyte.

Viel Spaß beim Trinken „ohne“, euer ARAMIS Sportwelt-Team

Veröffentlicht am 15. Februar 2019