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Ernährung im Profisport: Der Team-Sky-Ansatz

Im Alltag abseits des Renngeschehens setzen inzwischen viele Radprofis auf eine Art der Low-Carb-Ernährung mit dem Ziel, den Fettstoffwechsel zu optimieren. Was ist hierbei gesund, was übertrieben?

Die maximale Kohlenhydrataufnahme des Menschen ist limitiert – auf maximal 30 Gramm Fruktose und 60 Gramm Glukose pro Stunde. Entsprechend vertrauen Radsportler häufig einer Low-Carb-Ernährung, um die während langer Belastungsphasen benötigte Energie vorwiegend aus Fetten generieren zu können.

Als der fünfmalige Tour-de-France-Sieger Chris Froome 2007 Profi wurde, wog er 75,7 Kilogramm. Als er 2013 seine erste Tour gewann, wog er 65,8 Kilogramm. Er ernährt sich – zu bestimmten Zeiten des Jahres – ketogen.

Low-Carb-Ernährung: Ketogen

So besteht sein Frühstück vor vielen nicht-intensiven Trainingstagen etwa aus einer Avocado, einem Omelett und maximal etwas Porridge als Kohlenhydratquelle.

Dann nimmt er seine Tages-Energiemenge zu rund 25 Prozent aus Proteinen zu sich, zu 65 Prozent aus Fett. An intensiven Tagen nimmt er zwischen sechs und zehn Gramm Kohlenhydrate pro Kilogramm Körpergewicht auf – aber trotzdem noch drei Gramm Protein pro Kilogramm.

Team Sky: Leistungssteigerung durch richtige Ernährung

Auch während der Tour de France starten alle Fahrer des Teams Sky oft mit einem Protein-Mischgetränk – das eigentlich als Recovery-Shake nach den Belastungen entwickelt wurde – in der Trinkflasche in die erste Rennstunde.

Im Team Sky werden auch Fischöl-Kapseln eingesetzt, da die enthaltenen Omega-3-Fette entzündungshemmend wirken sollen. Die Studienergebnisse dazu, auch hinsichtlich einer potenziellen Leistungssteigerung, sind jedoch höchst inkonsistent.

Ernährungs-Prinzip der Periodisierung

Das Ernährungsprinzip: Bei bestimmten Trainingseinheiten werden die Kohlenhydrate reduziert. Vor sehr intensiven Einheiten wird die Zufuhr wieder hochgefahren. Denn hier liegen große Gefahren für die Gesundheit. Intervalle sollten auf keinen Fall mit leeren Kohlenhydratspeichern gefahren werden.

Der Ernährungswissenschaftler Dr. James Morton, der das Team betreut sagt: „Ich glaube, dass dieses Konzept der Periodisierung der täglichen Kohlenhydrataufnahme die aufregendste Entwicklung der Sporternährung innerhalb des letzten Jahrzehnts ist. Jetzt besteht unsere Herausforderung darin, zu erforschen, wie sich das Ganze am Besten umsetzen lässt.“

Das Prinzip der periodisierten Kohlenhydrataufnahme kann, im kleineren Maßstab, auch für ambitionierte Hobbysportler interessant sein und funktionieren.

Woran sich letztlich jede Ernährungsweise messen lassen muss, ist das körperliche Wohlbefinden, das der Anwender während der Umsetzung stets empfinden sollte.

Habt ihr Fragen zu den Begrifflichkeiten, wie eine flexible Kohlenhydrataufnahme bei euch funktionieren könnte oder ob sie für euch überhaupt Sinn macht, dann sprecht doch gerne Anna und Gabi (Ernährungsberaterinnen) oder Tim (ambitionierter Ausdauersportler) an.

Bleibt gesund und munter,

euer ARAMIS Fitness Team

Veröffentlicht am 11. Januar 2019